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Fassadendämmung



Da der Dämmwert von monolithischen Baumaterialien durchweg um mindestens den Faktor 20 schlechter ist als bei echten Dämmstoffen, wählt man sehr oft eine zweischalige Konstruktion, bestehend aus der statisch notwendigen Wandkonstruktion - so dünn wie möglich, d.h. schon ab 11,5 cm - und einer außen angebrachten Dämmschicht, die heute meistens mit ca. 18 cm und mehr hergestellt wird. Damit erfüllt man üblicherweise mindestens die Anforderungen an ein sog. „Energieeffizienzhaus“ nach KfW- Bedingungen, das heißt der Dämmwert ist damit wesentlich besser als bei einer monolithischen Konstruktion bei geringerer Gesamtdicke.

Üblicherweise werden hier Dämmstoffe aus expandiertem Polystyrolhartschaum oder aus Steinwolle verwendet, die ja leider nicht besonders ökologisch sind. Man nennt die Bauart der außen aufgebrachten, verputzten Dammschicht ein „Wärmedämmverbundsystem“ (WDVS). Die Feuchtigkeitsprobleme des Neubaus sind adäquat zum monolithischen Haus sehr groß.

Wir sehen das größte Einsatzgebiet von NeptuTherm® in der Sanierung: relativ einfach und mit überschaubaren Mitteln, kann man energetische Mängel an bestehenden Bauten beheben.

Am einfachsten geschieht dies, wenn man die Bestandsgebäude im Bereich der Wände mit einem warmen Mantel einpackt. Bei auf dem Grundstück freistehenden Gebäuden ist dies unproblematisch, bei Gebäuden auf der Grundstücksgrenze oder bei zu geringen Abständen zu Nachbarbebauung muss man evtl. auf die schwierigere Innendämmung zurückgreifen.

Bauphysikalisch völlig unproblematisch ist das nachträgliche Aufbringen einer Dämmung entsprechend dem oben genannten Beispiel des Wärmedämmverbundsystems. Nur wäre es natürlich zu wünschen, dass man hier auf die nachhaltigen, regenerativen Baustoffe zurückgreift und öfter alternative Lösungen einsetzt.

Eine solche unkonventionelle aber sehr einfache und gute Lösung haben wir bei der energetischen Generalsanierung eines kleinen Wohnhauses in Stutensee- Friedrichstal realisiert, das auch gleichzeitig Pilotbaustelle im Rahmen des über NeptuTherm® laufenden „EFRE- Forschungsprojektes“ war. Neben der Erneuerung der Fenster wurde dabei die komplette Fassade des ca. 1860 erbauten Gebäudes mit einer Holzverschalung versehen.

Zuerst wurden auf der Fassade in annähernd regelmäßigen Abständen spezielle wenig wärmeleitenden Holzträger vertikal angedübelt. Durch deren Tiefe von 12 cm wird der Dämmraum definiert. Eine größere Dämmdicke war in diesem Fall aus nachbarrechtlichen Gründen nicht möglich. Unten werden die Gefache mit einer OSB-Platte geschlossen. Die Träger, und damit die Dämmung, gehen am Sockel ca. 50 cm tiefer als innen die Oberfläche der Decke ist. Dadurch ist die Wärmebrücke in diesem Bereich relativ gering.

Die Fassade wird aus einer farblich endbehandelten Keilspundschalung gebildet. Der Zwischenraum zwischen Wand und Schalung wurde von Hand mit NeptuTherm® ausgestopft.